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Kinderkrankheiten mit anderen Augen gesehen

Kinderkrankheiten und Krankheiten im Pubertätsalter unterscheiden sich von Krankheiten Erwachsener. Dienen die Krankheiten Erwachsener in erster Linie dazu, den Menschen auf disharmonische innere Einstellungen aufmerksam zu machen, so haben Kinderkrankheiten überwiegend den Zweck, das Kind aus seinem täglichen, mehr oder weniger unbewussten Kindsein herauszuholen und zu mehr Bewusstheit zu führen, es sozusagen “aufzuwecken” oder “wachzurütteln”. Durch die plötzliche Veränderung seiner Befindlichkeit wird es angeregt, sich mehr seiner selbst bewusst zu sein. Beobachtet man Kinder etwas genauer, so kann man unschwer feststellen, dass sie sich während einer Krankheit stark verändern, reifen und zum Teil erhebliche Entwicklungsschübe erfahren. Nicht selten entwickeln sie während dieser Zeit neue Verhaltensweisen und bilden Charakterzüge heraus, die vorher nicht vorhanden waren. Gleichzeitig machen kranke Kinder die wichtige Erfahrung, dass die Eltern sie ernst und wichtig nehmen, sich um sie kümmern und dass sie sich auf sie verlassen können. In solchen Situationen entsteht oft eine tiefere und innigere Beziehung zwischen dem Kind und seinen Eltern.
Kinderkrankheiten haben außerdem den Zweck, das kindliche Immunsystem zu stärken.

Die Eltern machen bei Erkrankungen ihrer Kinder ebenfalls neue und wichtige Erfahrungen. Wenn sie das Geschehen aufmerksam verfolgen, dann werden sie feststellen, dass Kinderkrankheiten durch medizinische Behandlungen nicht wesentlich beeinflusst werden können. Sie fühlen sich dabei ziemlich ohnmächtig und können dadurch Demut lernen und mehr auf Gott und auf seine Liebe zu vertrauen. Sie können außerdem mit Überraschung feststellen, dass die Kinder ihre Krankheiten wesentlich gelassener hinnehmen als sie selbst. Eltern sollten daraus lernen, ebenfalls gelassener zu werden und gewisse unabänderliche Dinge einfach geschehen zu lassen und nicht glauben, immer und überall eingreifen zu müssen. Sie machen die Erfahrung, dass ihr Verstand im Grunde ohnmächtig ist und das Schicksal von ganz anderen Mächten gesteuert wird.
Eltern können nichts besseres für ihre Kinder tun, als bei Krankheiten und Unfällen absolute Ruhe und Selbstdisziplin zu bewahren. Die Einschätzung der Situation durch die Eltern wird von den Kindern übernommen.

Dazu ein Beispiel: Eine meiner Töchter stolperte im Alter von 3 Jahren und fiel mit dem Mund auf den Rahmen der Heizungsregelung, wodurch ihre beiden oberen Schneidezähne herausgedrückt wurden und horizontal aus dem Mund ragten. Ich rief den Zahnarzt an und fragte ihn, was ich für das Kind tun könne. Er empfahl mir, die Zähne so gut es ginge wieder in die ursprüngliche Position zu drücken, was mir auch ohne weiteres gelang. Danach sprach ich zur Tochter noch schnell das berühmte und hoch wirksame “Heile, heile Gänschen…” und schon rannte sie wieder los. Am Abend des selben Tages sah ich sie dann mit eben diesen Zähnen an einer Hartwurst herunter beißen.

Ein weiteres Beispiel: In einer persönlichen Rückführung geriet ich in eine Situation, wo ich als Baby vom Küchentisch fiel, als mein Vater, der mich wickelte, kurz den Tisch verlassen hatte. Der Fall auf den Holzboden, wo ich mit meinem Hinterkopf aufschlug, hat mich nicht sonderlich schockiert und ich hatte auch keine größeren Schmerzen. Der Aufschrei meiner Mama aber und ihre anschließende Beschimpfung Papas ging mir durch Mark und Bein und ich fühlte mich für den Streit der beiden verantwortlich.

Also liebe Eltern, bewahren Sie immer Ruhe und vertrauen Sie in jeder Situation auf die absolute Göttliche Ordnung und absolute Beherrschung allen Geschehens.

Grundsätzlich gilt, dass, je betroffener sich die Eltern wegen der Erkrankung ihrer Kinder fühlen, desto mehr haben sie selbst daraus zu lernen. Das ist besonders bei schweren und lange anhaltenden oder tödlich verlaufenden Krankheiten der Fall. Das kann sogar so weit gehen, dass sich ein Kind aus Liebe für seine Eltern opfert, damit diese endlich aus ihrer Lethargie erwachen. Eltern sollten sich also immer fragen, was hat das mit mir zu tun? Welche innere Einstellung habe ich, dass mich dieses Geschehen in dieser Art betroffen macht? Was dabei herauskommt sind Glaubenssätze und Überzeugungen, die aber nicht etwa “exotischen” Charakter haben, sondern bei allen Menschen anzutreffen sind, weshalb sie auch nicht ohne weiteres als Konflikterzeuger erkannt werden können. Solche Überzeugungen können z. B. sein:

  • Krankheit ist etwas Schlechtes, gefährliches, Schädliches, Anormales etc. und muss verhindert, bzw. bekämpft werden.
  • Krankheiten heilen nicht von alleine, sondern nur mit Hilfe von Medikamenten bzw. Operationen.

Diese Glaubenssätze gelten so lange, bis man sich dazu entschließt, sie durch andere zu ersetzen und damit neue Erfahrungen zu machen. Um bei den genannten Beispielen zu bleiben, könnten solche neuen Glaubenssätze also folgendermaßen lauten:

  • Krankheiten haben einen tiefen Sinn, sowohl für den Kranken selbst als auch für sein davon betroffenes Umfeld.
  • Krankheiten haben eine wichtige Botschaft, die dankbar angenommen werden sollte.
  • Das Schicksal meint es nur gut mit mir und ich werde deshalb alles daran setzen, die Botschaft der Krankheit zu entschlüsseln.
  • Habe ich die Botschaft der Krankheit erkannt und mich danach gerichtet, dann macht die Krankheit keinen Sinn mehr und mein Kind (oder ich) wird (werde) wieder gesund.

Da die Zusammenhänge zwischen Gedankenmuster, Entwicklungserfordernissen und Krankheiten größtenteils noch unbekannt sind, finden kranke Menschen und Eltern von kranken Kindern auch keine Ratgeber und bleiben mit ihren “Sorgen” um das kranke Kind auf dieses konzentriert anstatt sich mindestens im selben Maße auch um sich selbst zu kümmern.

Kinderkrankheiten sind also für die kindliche Entwicklung ebenso wie für die ihrer Eltern von großer Bedeutung und bergen ein enormes Entwicklungspotential. Menschen, die diese, durch die Kinderkrankheiten möglich gewordenen Reifeprozesse haben erleben dürfen, laufen weniger Gefahr, sich von der materiellen Welt völlig vereinnahmen zu lassen und ihr Leben auf derselben Stufe zu beenden, auf der sie es begonnen haben. Sie sind offener für neue Ideen, Erkenntnisse und Erfahrungen. Ähnliches gilt übrigens auch für Kinder, die auf normalem Wege geboren wurden und nicht durch Kaiserschnitt.

Das IBS bietet Eltern von kranken Kindern, aber natürlich auch jedem anderen kranken Menschen die Möglichkeit, die für die Krankheit verantwortlichen inneren Einstellungen zu erkennen und durch aufbauende zu ersetzen. Gleichzeitig können die inneren Qualitäten und Energien, die für die Umsetzung und tägliche Anwendung der neuen Einstellungen erforderlich sind, angeeignet werden.

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