Die geistige Selbstheilung

von Friedrich Baumann

Um die nachfolgenden Ausführungen zu verstehen, ist es nötig, die „Gesetze des Lebens“ zu kennen (siehe Spalte rechts)

 

Der Weg über die Selbsterkenntnis und Selbstberichtigung zur Selbstheilung

Symbolik, Ursache und Sinn der Symptome:

1. „Das Gehirn als Schaltzentrale dankt langsam ab …“ (*S. 214). Es zeigt damit dem Ich (Verstand, Intellekt) symbolisch an, dass er zu unflexibel geworden ist und die von ihm verlangte Aufgabe nicht mehr erfüllt. Beim Alzheimer sind Teile des Gehirns abgestorben, so wie Teile des Bewusstseins abgestorben sind, nämlich diejenigen, die sich um die spirituelle Entwicklung kümmern sollten. Das, was auf der geistigen Ebene nicht gelebt wurde, hat auch auf der physischen Ebene, dem Gehirn, sein Leben verwirkt.

Es gilt nun, sich wenigstens der noch intakten Gehirnteile zu bedienen und sich intensiv um die eigene Lebensaufgabe, der Harmonisierung der Bewusstseinsinhalte und der spirituellen Entfaltung zu kümmern. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, die Hingabe an die Familie und andere Aktivitäten drastisch zurück zu fahren und sich für den Rest des Lebens überwiegend um sich selbst zu kümmern, u. zwar in spiritueller Hinsicht.


2. „Die Verantwortung wird abgegeben und man versinkt in Teilnahmslosigkeit (*S. 214). Auch diese äußere Haltung spiegelt den geistigen Zustand wider: man hat zwar Verantwortung für andere übernommen, aber sich selbst und seine eigene Entwicklung völlig vernachlässigt. Nun wird man zur Umkehr gezwungen, denn man kann nichts mehr für andere tun und „nicht mehr am Leben anderer teilnehmen“, man ist gezwungen, sich nach innen zu wenden und mit sich selbst zu beschäftigen. Je weniger diese Herausforderung angenommen wird, desto irritierender wirkt sie, bis man schließlich in Mutlosigkeit und Depression versinkt, weil man keinen Ausweg mehr sieht.

Die aufgezwungene Gleichgültigkeit gegenüber äußeren Gegebenheiten sollte nun aber als Chance verstanden werden, die Aufmerksamkeit ab sofort der eigenen Innenwelt zu schenken. Die Mystiker aller Zeiten wussten: „Alles, was der Mensch wirklich braucht, findet er in sich selbst.“


3. Die erlebten Halluzinationen dienen dazu, die Aufmerksamkeit nach innen zu lenken. Man wird darauf aufmerksam gemacht, dass es neben der Außenwelt auch eine Innenwelt gibt und neben der materiellen Welt auch eine geistige Welt, denen gegenüber man sich bisher verschlossen hatte. Die als unangenehm oder als nebensächlich empfundenen Erlebnisse, Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften, die man bisher nicht anschauen wollte, drängen sich nun ins Bild, weshalb die Halluzinationen meistens als grau-schwarze Schatten zu sehen sind. Daher stammt auch der Ausdruck „Schattenanteile“.

Die ein Leben lang aus dem Bewusstsein gedrängten Inhalte wollen nun endlich anerkannt (erlöst) und integriert werden.“ (*S.240)

Demenzkranke müssen in gewisser Weise lernen, wieder zu werden wie die Kinder, nämlich wissbegierig, offen für alles Neue und vertrauensvoll, etc., nun aber in Bezug auf die eigene Innenwelt.


4. Die Orientierungslosigkeit in der äußeren Welt entspricht der Orientierungslosigkeit des Geistes in der Innenwelt. Die Orientierungslosigkeit steht symbolisch für die Unkenntnis der Lebensaufgabe und der Gesetze des Lebens, sowie der Ziellosigkeit. Man weiß nicht, worauf es im Leben wirklich ankommt und wo es lang gehen soll, man lebt einfach in den Tag hinein.

Nur durch das Öffnen der Bewusstseinstore für das innere Göttliche Selbst, und das tägliche tiefe Einlassen und Abstimmen darauf, bekommt das Leben wieder einen Sinn. Durch diese Neuorientierung geht ein inneres Licht auf und das Bewusstsein wird erhellt, wie kein äußeres Wissen es je erhellen könnte.


5. Dem orientierungslosen Weglaufen liegt ein undefinierbares Suchen zugrunde, das im Außen sucht, was jedoch nur im Inneren zu finden ist. Auch hierin wird wieder die bestehende geistige Fehlprogrammierung sichtbar.

Der zu gehende Weg liegt also nicht im Außen, sondern im Innern!


6. Die auftretenden Gedächtnisstörungen und das Nicht-mehr-erkennen-können der gewohnten Umgebung und von Personen, erlauben eine Abkoppelung vom gewohnten Umfeld und alten Denkgewohnheiten und machen den Weg frei für eine Neuorientierung nach innen. Mit dem Gedächtnisverlust geht auch alles theoretische Wissen verloren, ein Wissen, auf das man sich bisher verlassen hatte und womöglich auch noch stolz war und das nun alles nichts mehr nützt.

Man ist nun gezwungen, sich mit der Gegenwart zu befassen, mit dem was aktuell ansteht und wichtig ist, ohne von dem abgelenkt zu werden, womit man sich bisher überwiegend oder ausnahmslos beschäftigt hat.

Jetzt kann nur noch die Verbindung zur eigenen inneren Göttlichkeit, der Reinen Seele weiterhelfen, der All-Intelligenz, des All-Wissens, des All-Sehens, der Quelle des Lichts, der Wahrheit und des Lebens.


7. Durch die zunehmende Abflachung der Gefühlswelt kann man sich nicht mehr freuen, nicht traurig sein und auch nicht mehr lieben, man befindet sich sozusagen in einem emotionalen Niemandsland. So wie man geistig weder im Außen noch im Innen ist, so ist man es auch emotional. Die Verbindungen sind unterbrochen, weil die Tiefe fehlt. Die bisher bekannte Außenwelt verschwindet langsam und zur Innenwelt hat man noch keinen Kontakt, ja man weiß nicht einmal, dass eine solche überhaupt existiert.

Die Gefühle kommen wieder in dem Maße zurück, wie die in Innenweltreisen und Meditationen gewonnenen inneren Erlebnisse zunehmen, die tiefe Gefühle der Harmonie, des Erhobenseins und des Glücks ermöglichen.


8. Auch die Beeinträchtigung der Fähigkeit, etwas zu planen und zu organisieren zeigt symbolisch den planlosen, unorganisierten Zustand des äußeren Bewusstseins an. Man hat weder ein Lebensziel noch einen Lebensplan und weiß deshalb auch nicht, wie man sein Leben organisieren soll und kann.

Dazu muss dem Leben aber erst einmal ein Ziel gegeben werden. Nur wer ein Ziel hat, findet auch einen Weg.


9. Demenzkranke fühlen sich oft falsch verstanden, sie glauben, man bevormunde sie oder wolle sie herumkommandieren, denn sie verstehen die Zusammenhänge nicht mehr. Sie verstehen die Außenwelt nicht mehr und die innere Welt sowieso nicht, was sie in höchstem Grade verunsichert und desorientiert. Ihr bekanntes Ich-Gefühl (die Summe aller Lebenserfahrungen und allen angeeigneten Wissens) beginnt sich aufzulösen und letztendlich verstehen und erkennen sie sich selbst nicht mehr. Das von anderen Menschen „Falsch-verstanden-werden“ ist also das äußere Gegenstück zu dem Sich-selbst-nicht-mehr-verstehen-können. Sie verstehen nicht den Sinn ihres Lebens und wissen demnach auch nicht, was sie zu tun haben.

Sie müssen nun zuerst wieder lernen zu erkennen, wer sie sind, diesmal aber nicht, was sie im Außen, also körperlich sind, sondern was sie in Wirklichkeit sind, was sie innen sind. Dort entdecken sie dann ein strahlendes, grenzenloses, multidimensionales, ewiges Selbst. Mit dieser Entdeckung und Selbsterfahrung geschieht eine Neugeburt und damit entsteht gleichzeitig auch ein vollkommen neues Selbst- und Weltbild, mit dem man nicht mehr darauf angewiesen ist, von anderen verstanden zu werden, man genügt sich selbst.


10. Der Verlust der Eigeninitiative und die Apathie gründen auf der empfundenen Ziel- und Sinnlosigkeit des Lebens. Die alten, materiellen und profanen Ziele sind weggebrochen und neue sind nicht in Sicht. So gibt man sich auf, denn „es macht alles keinen Sinn mehr!“

Dem Leben muss also zuerst ein neuer Sinn gegeben werden, und zwar ein geistiger. Das Finden der Lebensaufgabe und die Ausrichtung darauf, ist das einzige Ziel, das sich für den Demenzkranken noch lohnt zu verfolgen und das ihn aus seinem Dilemma zu befreien vermag. Eine solche Neuausrichtung gibt Kraft und Zuversicht und entzieht der Demenz schlicht und einfach ihre Daseinsberechtigung.


11. Natürlich haben auch Personen, die mit einem Demenzkranken in einer direkten Beziehung stehen und unter seinem Zustand oft erheblich leiden, daraus etwas zu lernen und zwar in dem Maße ihrer persönlichen Betroffenheit. Sie machen die Erfahrung, dass alles, was sie für den Kranken tun, von diesem weder anerkannt noch vergolten wird und dass sie trotz aller ihrer Bemühungen zuschauen müssen, wie es ihm immer schlechter geht. Der Demenzkranke mutiert zu einem unbekannten Wesen, zu dem man keinen Kontakt mehr findet.

Die Chance für diese betreuenden Personen liegt darin, geduldig einfach zu tun, was nach dem oben Gesagten zu tun ist. Damit hat auch die Betreuungsperson die Chance, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben und es neu auszurichten. Durch die selbstlose Unterstützung des Kranken kann sie sich selbst erlösen. Ist es der Partner, dann erkennt er vielleicht zudem, dass seine bisherige „vermeintliche“ Liebe „nur“ eine an gewisse Bedingungen und Gegebenheiten geknüpfte Sympathie war, die in dem Maße zurückgegangen ist, wie diese Gegebenheiten sich verändert, bzw. aufgelöst haben. Aus dieser „ent-täuschenden“ Erkenntnis heraus gelingt es dann vielleicht, eine neue, bedingungslose Beziehung – von bedingungsloser Liebe möchte ich nicht reden – aufzubauen bis hin zu einer Akzeptanz aller Menschen und der von ihnen zu bewältigenden Lebenserfahrungen.

Weitere Hinweise zur Neuorientierung

für den Patienten, wie für Angehörige und Betreuungspersonen

 

Für eine erfolgreiche Neuorientierung sind folgende Schritte erforderlich:


1. Gewinnung einer klaren Bewusstheit der oben beschriebenen alten Einstellungen und ihrer Folgen, der Demenz. Diese Selbsterkenntnis gelingt jedoch erst dann, wenn die „Gesetze des Lebens“ einigermaßen verstanden werden. Erst damit entsteht das nötige Unterscheidungs-vermögen, um sehen zu können, was harmonisch  und unserer spirituellen Entwicklung förderlich ist und was nicht.

2. Erkennen der Gesetzmäßigkeiten, wie Krankheiten entstehen und wie Heilwerdung funktioniert. Siehe dazu „Krankheit und Heilung“ (nebenstehende Spalte)

3. Danach bedarf es eines klaren Willensaktes, die Situation definitiv verändern zu wollen. Um seine Lebensaufgabe doch noch erfüllen zu können, muss der Kranke sich entscheiden, den bisherigen Weg zu verlassen und einen neuen einzuschlagen, was mit einem völligen Loslassen alten Denkens und alter Verhaltensmuster sowie einer vollkommenen Neuorientierung verbunden ist. Diese Entscheidung wird ihm  erleichtert wenn er erkennt, dass er nichts mehr zu verlieren, aber alles zu gewinnen hat.

Studien mit Musiktherapie haben gezeigt, dass es Demenzkranken kurzfristig besser geht, wenn ihnen Musik oder Lieder vorgespielt werden, die sie in ihrer Kindheit liebten. Auch das wiederholte Betrachten von Bildern, die sie als fröhliches Kind zeigen, haben denselben Effekt. Das hat wohl damit zu tun, dass diese Kindheits-Szenen den Menschen vorübergehend wieder in die Harmonie mit sich selbst und seinen Lebensweg bringen, in der er sich einstmals befand.

Musiktherapie alleine, ohne nachhaltige geistige Neubesinnung auf die Lebensaufgabe, wird jedoch niemals eine Heilung bewirken können. Sie kann dem Demenzkranken aber Mut machen weil sie ihm zeigt, dass es möglich ist, in die geistige Harmonie zurück zu kehren und dass es sich lohnt, sich endlich um sich selbst und die eigene Lebensaufgabe zu kümmern, anstatt immer nur den äußeren Verführungen und Zwängen der Gesellschaft zu folgen oder die Bedürfnisse anderer zu befriedigen.

Bei Alzheimer betrifft die Degeneration von Gehirnzellen hauptsächlich die rechte Gehirnhälfte und diese ist nicht zufällig jene, die mit unserer Innenwelt zu tun hat und die im täglichen Leben vernachlässigt wurde. Beschäftigt sich der Kranke nun aber mit seinem Innenleben, so fließt wieder Energie in diesen Gehirnteil und die unzähligen noch verbliebenen Gehirnzellen sind durchaus in der Lage, die Funktionen der abgestorbenen Zellen zu übernehmen. Dafür gibt es viele Beispiele.

Alzheimer ist also heilbar, nicht jedoch in dem Sinne, dass die bisher verlustig gegangenen Gehirnzellen wieder vollständig nachwachsen, sondern indem andere Zellen deren Aufgaben übernehmen. Voraussetzung dazu ist aber, dass zuerst das Denken ein anderes werden muss, dann können die Gehirnzellen nachziehen, denn das neue Denken spielt sich sowieso zum großen Teil in anderen Gehirnarealen ab als das alte.

 

Jeder, der diesen Weg der Selbstheilung gehen möchte, bekommt von mir die nötige Unterstützung, sei es über Gesprächssitzungen oder Innenweltreisen. Letztere können jedoch nur im Anfangsstadium der Demenz durchgeführt werden, so lange die Person zwischen Innenwelt und Außenwelt noch klar zu unterscheiden vermag.

 

Anmerkung:

(*…) = Zitat aus: „Krankheit als Sprache der Seele“ von Rüdiger Dahlke, C. Bertelsmann Verlag, 1. Aufl. 1992

 

Weitere Informationen und Terminabsprache unter:

friedrich.baumann@gmail.com

 

Opfenbach, den 31.05.2011

Friedrich Baumann

Letzte Aktualisierung: 20.05.2014

 


 

 

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