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3 – Gut und Böse
Gut und Böse existieren nur als individueller und kollektiver Glaubenssatz aus Unkenntnis der bisher besprochenen Gesetze. Wer vom „Baum der Erkenntnis (des Glaubens) von Gut und Böse“ gegessen hat, wurde aus dem Paradies vertrieben, bzw. hat sich selbst daraus entfernt. In dem Moment, wo wir anfangen zu polarisieren, zu werten, zu bevorzugen und zu benachteiligen, sind wir nicht mehr in der Einheit und im Bewusstsein getrennt von Gott. Das Denken in Polaritäten und Gegensätzen wie Gut und Böse ist eine Verleugnung Gottes, der nur LIEBE und Harmonie sein kann. Trennende Gedanken trennen uns also automatisch auch von Gott und somit auch von unseren Mitmenschen und lassen uns selbst als unvollkommen empfinden und natürlich auch nur Unvollkommenes erfahren. Dieser Irrtum unseres Verstandes lässt uns glauben, von der Quelle des Lebens und der Fülle abgeschnitten zu sein. Die Folge davon ist die Erfahrung von Leid und Mangel und die Unfähigkeit, wahrhaftig und bedingungslos zu lieben. Durch ein Denken in Kategorien von Gut und Böse werden wir Gefangene unserer eigenen illusionären Welt der Begrenzungen. Wir können uns aus diesem Traum nur befreien, indem wir zurückkehren in eine Bewusstheit der Einheit, Harmonie, Vollkommenheit und Liebe. Von dieser Position aus stellt sich die Welt vollkommen anders dar, nämlich als eine Welt der Gemeinsamkeit, der Harmonie, der Fülle und der Liebe als Spiegel dessen, was in uns ist.
Nur im ständigen Gottesbewusstsein stehen wir auch in der göttlichen Liebe, befinden wir uns jenseits von Gut und Böse, von Unvollkommenheit, Disharmonie und Mangel, jenseits von Sympathie und Antipathie, urteilen nicht mehr und schaffen uns somit selbst, was in der Bibel als das „Paradies“ bezeichnet wird.
Dazu noch ein anderer Erklärungsversuch: Jeder Mensch tut in jedem Augenblick nur das, was er in der gegebenen Situation als das Vorteilhafteste und am meisten befriedigende empfindet. Wenn es nun jemand als vorteilhaft findet, z.B. einem anderen Menschen etwas zu schenken oder ihn zu töten, dann steht sein äußeres Tun in diesem Moment, ebenso wie natürlich zu allen anderen Zeiten seines Lebens auch, in völliger Harmonie mit seinem Denken, d.h., er kann gar nicht anders handeln, als er handelt. Erst die Folgen seines Tuns werden ihn eventuell fragen lassen, warum er denn so und nicht anders gehandelt hat und ihn schließlich zu seinen inneren Einstellungen führen als die wirkliche Ursache seines Handelns. So gesehen hat seine begangene „Untat“ für ihn dieselbe positive Wirkung wie seine scheinbar „gute“ Tat. Wir tun also alles für uns selbst.
Wie wir bereits wissen, ist unsere Welt ein Produkt unserer Gedanken. So hat jede Wohltat die wir erfahren wie auch jeder Schmerz, zutiefst mit uns selbst zu tun und ist in bestem Maße dazu geeignet, uns unserer Gedankenmuster bewusst zu werden und sie gegebenenfalls zu verändern. Haben wir diese Selbsterkenntnis und Selbstberichtigung vorgenommen, dann hat die diesbezügliche Erfahrung, egal wie schön oder schmerzhaft sie empfunden worden ist, ihren Sinn erfüllt und verliert ihre ursprüngliche Gewichtung. Wo ist darin etwas Gutes oder Böses zu erkennen?
Es dürfte nun klar sein, dass das, was wir als Gut und Böse bezeichnen, nur Wertungen unserer beschränkten Verstandestätigkeit sind, basierend auf ganz bestimmten (der Liebe entbehrenden) inneren Einstellungen und Glaubenssätzen. Gehen wir in die Liebe, dann sind wir auch in der Harmonie, womit Gut und Böse aus unserem Bewusstsein und unserem Erfahrungskreis automatisch verschwinden. Nichts ist an sich gut oder böse, nur unser Denken macht es dazu.
Letzte Aktualisierung: 02.08.2010