Esoterischer Film (1978) nach einem abgeänderten Drehbuch von Bruce Lee

Engl. Titel Circle of Iron“, auch bekannt als „The Silent Flute“

http://youtu.be/d1bKokAuKFQ

Zusammenfassung des Geschehens und Erklärung der mystischen Inhalte

von Friedrich Baumann

 

Anmerkungen:

Mystische Begriffe sind fett und in blau und die Kommentare und Deutungen sind in Klammern und kursiv geschrieben.

Die am Ende mancher Absätze in Klammern stehenden Zeitangaben beziehen sich auf die jeweilige Stelle im Film.

Zusammenfassung

In einer Martial-Arts-Kampfschule findet jedes Jahr ein Wettkampf statt. Nur der Sieger, der Beste, darf sich auf den Weg machen, um ZETAN zu finden, der das „Geheime Buch“ bewacht.

(ZETAN = Chetan = das Innere Selbst, die Reine Seele.

Das Geheime Buch = das Buch der Selbsterkenntnis dessen wer wir wirklich sind und damit auch der Erkenntnis des Sinn des Lebens, und der Lebensaufgabe)

Der Film beginnt mit dem Ausscheidungskampf der Teilnehmer. Den Endkampf bestreiten Cord und Morton.

(Cord = Band, Verbindung, will wohl andeuten, dass er bereits eine unbewusste Verbindung zu Chetan hat.

Morton = in diesem Namen ist das engl. „mortal“= „sterblich, irdisch, bzw. Sterblicher“ enthalten. Ein Hinweis darauf, dass sich Morton noch zu sehr mit dem vergänglichen äußeren Selbst identifiziert.)

Der Sieg von Cord wird jedoch nicht anerkannt, da er, als Morton schon abwehrunfähig auf dem Boden lag, nachgeschlagen und ihn dabei verletzt hat.

So erklärt der Meister der Schule Morton zum Sieger, und überreicht ihm das Medaillon, das ihn berechtigt, sich auf den Weg zu ZETAN zu machen. (Ein Beispiel dafür, dass irdische „Verstandes“-Regeln für Menschen auf dem mystischen Weg nicht taugen, wie der weitere Verlauf des Films zeigt.)

Nachdem der angeschlagene Morton von Kameraden gestützt an seinen Platz gebracht wird, tritt Cord vor den Meister und sagt zu ihm: „Sie haben einen Fehler gemacht. Sie gaben das Medaillon dem falschen Mann.“ (In Wirklichkeit liegt der (Denk-)Fehler bei Cord, denn die Ursachen aller äußeren Umstände liegen immer im Denken des davon Betroffenen)

Der Meister antwortet ihm: „Das war kein Fehler, du hast nachgeschlagen als Morton schon am Boden lag. Es gibt Regeln, die du gebrochen hast. Du hast dich entschieden, fast jede Regel von uns zu brechen. Du kämpfst ohne Kampfanzug und du gehörst zu keiner Gruppe.“

Cord: „Ich bin mein eigener Herr!“ (Er will damit sagen, dass er eigenverantwortlich handelt, was seinem höheren spirituellen Niveau entspricht)

Meister: „Was willst du dann bei uns, wenn du niemanden außer dir akzeptierst?“

Cord: „Ich kam von weit her, um mir das Recht zu erkämpfen, ZETAN zu finden und ihn zu besiegen – und zu sehen, was in dem Buch steht, das er bewacht.“ (Nur der Wissende hat Zugang zu diesem Buch, das ihm aber auch nicht vorenthalten werden kann. Die Aussage von Cord zeugt also von seiner diesbezüglichen Unwissenheit.)

Der Meister schaut ihn entsetzt an und fragt ihn: „Was ist dir über ZETAN und das Buch der Erleuchtung bekannt?

Cord: „Nur dass es ein Buch ist, das alle Weisheiten der Welt enthält.“ (Siehe dazu auch „Das Voynich Manuskript“ Spalte rechts. Über diese Feststellung sollte am Ende des Filmes genauer nachgedacht werden.)

Meister: „Cord, der Mann der von uns auserwählt ist, ZETAN zu finden und zu besiegen, muss die Fähigkeit haben, sogar einen Elefanten mit einem Spinnennetz zu fesseln und nicht mit unfairem Nachschlagen! (Ein Hinweis darauf, dass der Kampf mit ZETAN nicht mit physischer Technik und Gewalt gewonnen werden kann, sondern subtilere Mittel erfordert und dass dieser Kampf auf einer anderen Ebene als der physischen stattfinden muss.) Morton wurde auserwählt!“

Cord: „Morton ist ein Tänzer! Ich bin ein Kämpfer!“ (Er weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass er mit der falschen Waffe und der falschen Einstellung gegen eine Scheinwelt kämpft)

Meister: „Morton hatte dich unter Gewalt, du bist nicht die richtige Waffe, die wir brauchen, Cord! Geh! Sofort!“ (Ein Hinweis für Cord, dass er noch ein Unwissender ist, der sich von anderen Unwissenden verleiten lässt, mit deren Mitteln und auf deren Niveau zu kämpfen und dass seine „Waffe und seine Kampftechnik“ nicht geeignet sind, um Zugang zum Geheimen Buch zu erlangen.)

Cord dreht sich um, nimmt sein Bündel auf und sagt zum Meister: „Eine Frage noch: Warum kehrten all die anderen, die ihr schicktet, nie zurück?“

Meister: „Die Prüfungen auf dem Weg sind sehr schwer; ZETAN hat sich bisher als unbesiegbar erwiesen.“ (Damit gibt er zu, dass das, was in dieser ‚irdischen’ Schule gelehrt wird, alleine nicht ausreicht, um die letzten Prüfungen auf dem spirituellen Weg zu bestehen.)

Cord: „Nur weil ihr ihm nie den richtigen Mann schicktet! Aber ich könnte ihn besiegen!“

Meister: „Cord, du wirst nicht gehen!“

Cord: „Ich werde diesen unbesiegbaren ZETAN bezwingen und erfahren, was in diesem Buch steht!“ Damit dreht er sich um und verlässt die Schule.

Außerhalb der Schule setzt er sich an eine Mauer und verbringt dort eine Nacht. Beim Aufwachen am nächsten Morgen sieht er einen blinden Mann mit einem langen Stock vorbeigehen, der ihn irgendwie beeindruckt.

Kurz darauf kommt Morton mit einer Gruppe von Mönchen daher. Als Morton ihn wahrnimmt, deutet er den Mönchen an, ihn nicht weiter zu begleiten und geht alleine weiter, ohne Cord zu beachten. Cord steht sofort auf und folgt Morton.

Als er so fast einen Tag lang stillschweigend hinter diesem hergegangen ist, bleibt Morton plötzlich stehen, wendet sich seinem Verfolger zu und sagt zu ihm: „Vor einem Jahr gab ich mein Schweigegelübde.“

Cord fragt ihn: „Wann hast du es gebrochen?“

Morton: „Jetzt! Warum folgst du mir?“

Cord: „Du bist wütend, weil ich dich besiegte.“

Morton aufgebracht: „Du hast mich nicht besiegt! Du warst nur unfair! Kämpf nochmal gegen mich!

Cord: „Das wäre Unsinn!“ (Er beginnt zu erkennen, dass diese Art von Sieg ohne Bedeutung ist.)

Morton: „Du wurdest ohne Verstand geboren! Kämpf gegen mich!“

Cord: „Aber ich will dir helfen und dich nicht töten. (Den spirituellen Weg muss ab einem gewissen Niveau jeder für sich alleine gehen und die anstehenden Prüfungen auch alleine bestehen, ohne fremde Hilfe!) ZETAN ist mein Gegner!“ (Die falsche Überzeugung des Ego)

Morton geht nun weiter und akzeptiert stillschweigend, dass Cord ihm folgt. (12:50 min)

Als sie an einem Brunnen rasten, sieht Cord wieder den Blinden mit dem langen Stock vorbeigehen und in einer nahegelegenen Burg-Ruine verschwinden. Plötzlich hört Cord von dort Stimmen und begibt sich ebenfalls zur Ruine. Diesen Moment nutzt Morton, um sich alleine auf den weiteren Weg zu machen.

Aus einem Versteck heraus wird Cord Zeuge, wie der Blinde mit seinem Stock eine Gruppe von etwa einem Dutzend Banditen bezwingt, die ihn in diesem dunklen Gemäuer von allen Seiten mit verschiedenen Waffen angreifen. Der Blinde scheint aber immer genau zu wissen, wo sich die einzelnen Angreifer gerade befinden und kann auch solche, die von hinten auf ihn losstürmen mit seinen Stock- und Karateschlägen außer Gefecht setzen. (Cord weiß nicht, wer der Blinde mit dem Stock in Wirklichkeit ist, er bewundert aber seine außergewöhnlichen Fähigkeiten.) Als sich der letzte der noch lebenden Banditen von hinten an den Blinden anschleicht, tötet ihn Cord, indem er ihm ein metallenes Kreuz in die Stirn schleudert. (17:00 min)

Cord nimmt seine Sachen und geht weiter. In einer Grotte entdeckt er wieder den Blinden, der auf einem Felsen sitzt und auf seinem langen Stock, der in Wirklichkeit eine Bambusflöte ist, spielen sieht. Er setzt sich ihm gegenüber. An den Wänden der Grotte sind verschiedene Symbole zu sehen. Nun wirft ihm der Blinde einen Apfel zu, nimmt einen zweiten zur Hand, bricht ihn in der Mitte entzwei und fängt an, ihn aufzuessen. Cord versucht vergeblich, seinen Apfel ebenfalls in zwei Teile zu brechen, was ihm aber nicht gelingt. (Er weiß sein vergängliches äußeres Selbst noch nicht von seinem ewigen Inneren SELBST zu trennen) Cord stellt sich vor und sagt zu dem Blinden, dass er einen Meister der Kriegskunst suche, der ZETAN heißt.

Nun schwirrt eine Biene in der Nähe des Blinden herum und Cord warnt ihn davor. Sofort fängt der Blinde die Biene an ihren Flügeln und lässt sie dann wieder fliegen. Daraufhin fragt ihn Cord: „Wer bist du? Gestern Nacht sah ich dich Wunder vollbringen. Wenn ZETAN’s Fähigkeiten noch größer sind als deine, dann bin ich ihm nicht gewachsen. Mit all meinen Möglichkeiten könnte ich nicht eine Sekunde gegen dich bestehen.“

Der Blinde antwortet: „Mit meinen Fähigkeiten möchte ich dich nicht beeindrucken.“ Cord: „Ich hab’s, ich weiß! Du bist ZETAN! Ich bin derjenige, der blind ist. Bist du ZETAN?“  Darauf der Blinde: „All das, was du denkst, dass ich sei, oder was du willst dass ich sei, der bin ich.“ (Die Welt ist so, wie wir glauben, dass sie ist, je nach dem, durch welche Bewusstseins-Brille wir sie betrachten.)

Cord: „Sei mein Lehrmeister, erklär mir, was du tust, ich werde fleißig üben.“

Der Blinde: „Binde zwei Vögel zusammen; obwohl sie vier Flügel haben, können sie nicht fliegen.“ Dabei steht er auf und geht. (19.48 min)

Cord steht ebenfalls auf und sagt: „Ich werde dir einfach folgen und dir zuschauen und dann nie mehr belästigen. Ich kann schweigen, glaub mir! – Es heißt, ZETAN sei der Wächter eines Buches, er würde es seit vielen Jahren besitzen. Weißt du etwas über dieses Buch und was es damit auf sich hat? Meinst du, dass es wichtig sein könnte?“

Der Blinde: „Wenn ein Mann ein Buch über Jahre hinweg hütet, was glaubst du, ist wichtiger, der Mann oder das Buch?“ (Diese Frage stellt sich eines Tages jedem Schüler:  Will er Hüter, bzw. Verwalter seines Wissens sein, oder es voll und ganz in seinem täglichen Leben anwenden und sich so über das Irdische erheben.)

Während die beiden so zusammen dahinwandern, kommt ein Affenmensch heran und umkreist schreiend den Blinden, wobei der Blinde sich stets dem Affenmenschen zuwendet und dieser schließlich wieder verschwindet. Cord fragt den Blinden: „Ist das das Geheimnis? Der Affe versuchte dich einzukreisen, aber du hast es nicht zugelassen, du hast dich mitgedreht.“

Der Blinde: „Es ist die Art der Affen, den Narren zu spielen, und während du über seine Späße lachst, beißt er dich von hinten. Demaskiere sein Ego und du wirst ihn enttarnen als Feigling, der sich maskiert hat als Affe.“

Cord: „Ich werde darüber nachdenken und sie (die Affen, die äußeren Masken der wahren, inneren Menschen) genau so beobachten.“

Der Blinde: „Im Geschnatter bist du schon perfekt.“

Cord: „Ich habe keinen Grund, gegen Affen (die Masken) zu kämpfen, die Lektion ist wertvoll.“

Der Blinde: „Man kann nur lernen, wenn man die Eignung mitbringt, zu begreifen.“

Cord: „Ich werde mir die Zunge rausreißen und …“ Als Cord sich kurz seinem Gepäck zuwendet, verschwindet der Blinde.

Cord geht alleine weiter und sieht plötzlich den schwer verletzten Morton zwischen den Felsen hervorkommen. Er ruft ihm zu, dass er warten soll. Morton bricht blutüberströmt über einem großen Stein zusammen und stammelt: „Ich habe nur Unglück über meine Brüder gebracht!“. (wegen der falschen Entscheidung, ihn auf den Weg zu ZETAN geschickt zu haben) Cord fragt ihn, was passiert sei, und ob ZETAN das war. Morton stammelt nur: „Die erste Prüfung …“ Cord fragt ihn, was das war, die erste Prüfung und wo? Morton stammelt mit letzter Kraft: „Die Affen (Die Demaskierung der äußeren Umstände als die natürlichen Auswirkungen unserer eigenen Vorstellungen) In dem Moment sieht Cord über dem Hügel hinter ihnen ein paar Affen, die sie beobachten) … das Medaillon …“ Cord nimmt ihm das Medaillon ab und fragt ihn, ob er ihm helfen kann. Morton stammelt nur: „Hilf mir in Ehren zu sterben!“ Cord hilft Morten in eine kniende Position, zieht aus seiner Tasche einen Dolch und hilft ihm, sich diesen in den Bauch zu rammen.

Cord lässt den toten Morton liegen, hängt sich das Medaillon um (das dieser in der Kampfschule an seiner Statt erhalten hatte) und begibt sich in die Höhle der Affen. Dort beobachtet er, hinter einem Felsen verborgen, wie unter dem Geschrei der um den Kampfplatz herum tanzenden Affen, zwei Männer mit Stöcken gegeneinander kämpfen. Cord erinnert sich nun an die Worte des Blinden: ‚Es ist die Art der Affen, den Narren zu spielen, und während du über seine Späße lachst, beißt er dich von hinten. Demaskiere sein Ego und du wirst ihn enttarnen als Feigling, der sich maskiert hat als Affe.’ Der „Herr der Affen“, ein maskierter Mensch, tötet den anderen Kämpfer und entreißt ihm sein Medaillon.

Cord tritt nun in die Mitte des Kampfplatzes. Der Maskierte tanzt sofort um ihn herum und Cord dreht sich dabei immer zu ihm hin, wie er es bei dem Blinden gesehen hatte. Schließlich springt der Maskierte auf einen Felsen und fragt: „Wer bist du?“ Cord antwortet: „Mein Name ist Cord. Darauf fragt ihn der Maskierte: „Wo hast du deine Bett-lerschale?“ Cord: „Ich bin nicht zum Betteln hier!“ Der Maskierte: „Du bist nicht hier um zu betteln, hä?“ Cord: „Ich bin für die erste Prüfung bereit.“ Der Maskierte: „Hä, danach wirst du betteln! Hä“. Er hüpft vom Felsen herunter und fragt Cord: „Welche Schule hat dich ausgebildet?“ Cord: „Keine Schule.“ (Ihm ist inzwischen bewusst, dass er mit dem ‚schulischen’ Wissen diese Prüfung nicht bestehen kann) Der Maskierte: „Hä, keine Schule??“ Cord: Ich komme von mir selbst!“ (aus eigenem inneren Antrieb) Der Maskierte: „Hä, Hä! (tanzt umher und ruft weiter: „Er kommt von sich selbst, ein Mann ohne Mutter!? Hä, Hä.“ Die im Kreis um die Kampffläche herum sitzenden und mit Holzgabeln und Stöcken bewaffneten Affen lachen dabei hämisch, während der Maskierte herumtanzt und fragt: „Hä, wonach suchst du, Mann ohne Mutter?“ Cord: „Ich suche nach ZETAN!“ Der Maskierte schreit: „Ha, Ha!“ und dreht sich dabei einmal um seine Achse. Dann weiter: „Du denkst, um ihn zu finden musst du gegen mich kämpfen? Haaa. – Welchen anerkannten Kampfstil bevorzugst du?“ (Der Maskierte glaubt, dass Cord, wie alle vorherigen Kämpfer auch, sich auf seine physischen Fähigkeiten verlassen wird und will auf diesem Niveau mit ihm kämpfen, denn nur damit kann er ihn besiegen) Cord, immer in Kampfstellung, antwortet: „Meinen Stil!“ Darauf der Maskierte: „Ho,ho,ho,ho!“ Und die Affen lachen alle (weil auch sie nicht glauben können, dass Cord mit anderen Waffen kämpfen könnte) Der Maskierte weiter: „Hör mir gut zu, Mann, der du dich selbst erschaffen hast (der Mensch erschafft in der Tat seinen Körper selbst), geh den Weg zurück, den du kamst! In Frieden!“ Er klettert wieder auf den Felsen. Cord: „Ich will nicht zurück, und ich will auch nur kämpfen gegen dich, wenn es sein muss, um ZETAN zu finden.“ Der Maskierte: „ZETAN ist weit entfernt – auf der anderen Seite von miiir. (auf der nicht-materiellen Seite) Um IHN zu finden, musst du erst vorbeikommen.“ (man muss zuvor das Materielle, die Scheinwelt, die Welt der Masken und die materielle Sicht überwinden) Cord: „Wenn ich dich nun einfach umgehe?“ Der Maskierte und die Affen lachen alle. Der Maskierte springt abermals auf seinen Felsen und ruft: „So sind die Dinge aber nicht vorbestimmt! – Jaaa, wenn ich deine Prüfung sein soll, dann werde ich eben deine Prüfung sein! – Oh, du kannst mich nicht umgehen!“ (Wir können den Prüfungen nicht entgehen, nur sie zeigen uns den wahren Stand unserer spirituellen Entwicklung) (29.54 min)

Cord: „Dann kämpfen wir also!“ Der Maskierte: „Ja!“ Die beiden kämpfen nun gegeneinander, während die Affen rundum den Kampf mit lautem Geschrei, wildem Herum-hüpfen und mit auf-den-Boden-Schlagen ihrer Stöcke und sonstigen Waffen, begleiten. (Die Szene vermittelt den Eindruck eines wahren „Affentheaters“.)

Nachdem Cord ihn besiegt hat, verstummen die Affen betroffen.

Cord befiehlt nun dem schwer Angeschlagenen: „Nun, zeige mir den Weg zu ZETAN!“ Dieser erwidert: „Umarme den Westwind. Du erreichst dann bald eine Wildnis. Suche dort nach einer Rose.“ Cord: „Nach einer Rose? Ist das meine zweite Prüfung?  Der Maskierte: „Nein! Das ist der Weg zu ZETAN!“ Cord: „Sind noch andere vor mir?“ Antwort: „Nein, du bist der erste, der mich bezwungen hat. Die anderen Sucher haben andere Prüfungen.“ Cord lacht: „Bin ich immer noch ein Bettler mit einer Bettlerschale? Ich pack dich in meine Bettlerschale.“ Laut lachend rennt Cord aus der Affenhöhle. (33.15 min)

Auf seinem weiteren Weg begegnet Cord in der Wüste einem Mann, der schlafend in einem Ölfass sitzt. Cord weckt ihn auf und fragt: „Kann ich ihnen helfen?“ Der Mann im Fass: „Wobei?“ Cord: „Um da raus zu kommen!“ Mann im Fass: „Wozu?“ Cord: „Wer quält sie so auf diese Art?“ Mann im Fass: „Niemand.“ Cord: „Ist das Fass nicht voll mit Öl? Wer hat das da rein gefüllt?“ Mann im Fass: „Ich selbst… Ich bin seit zehn Jahren hier drin.“ Cord: „Wozu das?“ Mann im Fass: „Um mich von meiner unteren Hälfte zu befreien. Es ist nur noch sehr wenig übrig davon. … Dieses schreckliche Ding da zwischen meinen Beinen ist schon fast nicht mehr da. … Ich hoffe, es ist bald ganz verschwunden. Cord: „Zehn Jahre? Wie leben Sie ohne was zu essen?“ Mann im Fass: „Meine Familie bringt mir etwas Reis und Wasser. Cord: „Ihre Familie? Die weiß, dass sie sich selbst in Öl auflösen?“ Mann im Fass: „Nun – zuerst war sie nicht allzu glücklich darüber, besonders meine Frau nicht. Aber jetzt versteht sie es.“ Cord: „Aber warum wollen Sie … ? Ah, Sie hätten ein Keuschheitsgelübde ablegen können, genau so wie ich.“ Mann im Fass: „Ich habe Keuschheit gelobt, zehnmal, hundertmal, aber wie kann ein Mann ein Heiliger sein mit diesem schrecklichen Ding da unten? Ich gab all mein Geld weg, meine Kleidung, aß nur noch einen Löffel Reis pro Tag – und mein Geist verklärte sich. Ich spürte, ich war das Universum. Aber dann rief mich das ‚schlimme Ding’ wieder zurück: ‚Hallo, denk an das Vergnügen!’ Ein paar Mal griff ich zu einem Messer, um mich ein für allemal von diesem Ding zu befreien. Aber – ich war ein Feigling (weint). Dann fand ich den Weg. Ich beschloss es aufzulösen und den Unterleib, der es trug.“

Cord: „Sie sind offensichtlich geistesgestört! Sie sollten einen Arzt aufsuchen!“ (Eine Warnung für alle Sucher, die glauben, durch irgendwelche physischen Praktiken, wozu auch Ernährung, Yoga u.a. gehören,  einen spirituellen Aufstieg erreichen zu können.)

Mann im Fass: „Ich bin Arzt! Ah, Sie gelobten Keuschheit? Sie werden es brechen! Kommen Sie doch hier mit rein. Hier drinnen ist ne Menge Platz, wir werden uns Gesellschaft leisten.“

Cord: „Es tut mir Leid, ich muss gehen, ich suche jemanden. ZETAN!“ Cord wendet sich ab und geht lachend davon.

Der Mann im Fass ruft ihm nach: „Schon wieder ZETAN! Sie kommen alle hier vorbei und fragen nach diesem ZETAN! Es gibt keine Antwort in ZETAN! Die Antwort ist hier drinnen bei mir! Wenn es nicht wegschmilzt, schneid es ab! Tu es gleich! Was immer deine Träume sind, es (das ‚Ding’) wird Sie zerstören! (die falschen Träume des Ego) Das Buch ist wie ein Schwert, es wird Sie in Stücke teilen!“ (In ein Bewusstsein von einem endlichen äußeren und einem unendlichen Inneren Selbst)

Cord zieht weiter durch die Wüste und kommt in eine Oase, in der gefeiert wird, mit Feuerwerk, Musik, Tänzen, Akrobatik und Zweikämpfen. (Die Oase steht für die Welt der Ablenkungen und Anhaftungen des Menschen an die vergänglichen Freuden des irdischen Lebens und die Wüste steht für das Gegenteil davon, nämlich für die Ruhe und Stille in der Meditation, die uns von eben diesen Anhaftungen und Unterhaltungen – ‚Unten-Haltungen’ – zu befreien vermögen.) (39.12 min)

Er bekommt zu trinken und als sich alle in ein großes Zelt begeben, sieht er, wie eine verschleierte junge Frau vor dem Zelteingang kurz stehen bleibt und ihn betrachtet. Nach ihr geht ein afrikanischer Kämpfer in das Zelt: Er hält eine Schale mit mehreren halb abgebrannten und einer großen brennenden roten Kerze in den Händen. (Die abgebrannten Kerzen stellen wohl die von ihm getöteten Gegner dar; ein verdeckter Hinweis darauf, dass auch sein ‚Lebenslicht’ dasselbe Schicksal ereilen wird.) Er wird vom Anführer gebeten, sich zu seiner Linken niederzulassen. Nun begibt sich auch Cord in das Zelt und der Anführer lädt ihn mit einer Geste ein, an seiner Rechten Platz zu nehmen. Direkt hinter Cord steht die junge Frau von vorhin, die sofort wieder mit ihm in Blickkontakt tritt. Sie trägt ein großes rundes Diadem aus Silber auf der Stirn. Darin befindet sich ein gleichschenkliges Dreieck und innerhalb des Dreiecks ein Rubin. Der Anführer, der eine Art goldene Krone trägt, schaut den schwarzen Kämpfer an, der links neben ihm sitzt und lacht, dann blickt er kurz ebenfalls zu dieser Frau hin und fragt dann Cord: „Hast du gegessen, wo ist dein Getränk? Deine Hand ist leer, Freund.“ Cord antwortet mit: „Frieden“. Der Anführer lacht und sagt zu Cord: „Das solltest du mir nicht wünschen. Die ganze Welt ist in Aufruhr und du wünscht mir Frieden? Ich weiß nicht was Frieden ist, ich will ihn nicht. – Hörst du nicht die Wüste? Selbst wenn kein Wind weht, singt doch der Sand.“ Darauf Cord: „Mein Name ist Cord.“ Der Anführer lacht wieder und antwortet: „Siehst du, Cord! Dein Name klingt wie ein Akkord, selbst dein Name ist Lärm.“ Die hinter dem Anführer stehenden verschleierten jungen Frauen und der afrikanische Kämpfer, der ebenfalls ein Medaillon um den Hals trägt, beobachten Cord fast ständig. Der Anführer weiter: „Was willst du Cord?… Meine Frauen bringen deine Haut zum singen.“ Dabei ergreift er zärtlich die Hand der bereits erwähnten Frau, die hinter Cord steht. Nun fragt ihn Cord: „Wer bist du?“ Der Anführer antwortet: „Schangsha! Es ist mein Wunsch, was du auch brauchst, dir zu besorgen. Sag mir, was du suchst Cord, damit ich es dir mit Freuden beschaffen kann“, dabei blickt er liebevoll in die Augen der Frau rechts hinter ihm, die seinen Blick ebenso erwidert. (Schangsha gibt sich damit dem Wissenden als das ‚Schicksal’ zu erkennen.) Cord: „Ich suche eine Rose in der Wildnis.“ Schangsha schaut nach der Frau und sagt: „Ihr Name ist ‚Tara’, meine neunte Frau. (‚Tara’ bedeutet das Äußere, die Verpackung, der Schein, von dem man sich nicht täuschen lassen sollte. Die ‚9’ ist ein Sinnbild für Vollkommenheit, die ihr Geheimnis nicht so ohne weiteres preisgibt; sie ist ein Hinweis, dahinter das Göttliche zu sehen.) Du sollst sie haben.“ (Das ist die Prüfung für Cord! Es ist nicht Tara, die ihn verführt, sondern Schangsha, indem er ihn geradezu animiert, sich von Tara, dem äußeren Schein, blenden zu lassen und sie für sich zu beanspruchen.) Darauf Cord: „Aber ich gelobte Keuschheit!“ Schangsha lacht: „Ha, nun, wenn du sie nimmst, wird es ein doppeltes Opfer sein: Ihr Gelübde mir gegenüber und deins, das du dir gegenüber geleistet hast.“ Inzwischen ist der afrikanische Kämpfer aufgestanden. Cord: „Meine zweite Prüfung, bist du das?“ Schangsha: „Wer weiß? Vielleicht.“ (Cord hat in diesem Moment noch nicht begriffen, um was es eigentlich geht, um Sex, Besitzanspruch und/oder die falsche Sicht.) Er schaut Cord in die Augen und fragt ihn: “Weißt du es? Ha,ha,ha“.  (43:20 min.)

Der Afrikaner stellt sich nun mit seiner Kerzenschale vor Schangsha und geht dann, als dieser seine Krone abnimmt, mit den Kerzen nach draußen. Daraufhin verlassen alle das Zelt. Draußen werden Leuchtraketen abgefeuert und auf dem Kampfplatz bereitet sich der Afrikaner zum Kampf vor, von Cord genauestens beobachtet. Dabei blicken sich Tara und Cord immer wieder tief in die Augen, wobei der funkelnde Rubin auf ihrer Stirn wie das Dritte Auge aussieht. (Cord erkennt diesen Hinweis aber nicht, sie nicht mit den physischen Augen, sondern mit dem Inneren Auge wahrzunehmen und als Göttliche Seele zu sehen.)

Nun kommt auch Schangsha auf den Kampfplatz und zieht seine Jacke aus. Auf der Brust trägt er sechs Rubine, die in einem Fünfeck angeordnet sind, wobei sich der sechste im Zentrum befindet. Er fragt den Afrikaner: „Und ist es immer noch dein Wunsch, dass du antrittst gegen mich?“ Dieser sagt „Es ist mein Wunsch.“ Darauf Schangsha: „Dann hebe deine Hand, mein schwarzer Bruder (er hält dabei auch seine Hand hoch) und was du spüren wirst, wird dich zufriedenstellen, ha,ha,ha.“ Es beginnt Musik zu spielen, zu der die Frauen tanzen und der Kampf beginnt. Schangsha weicht den Schlägen des Schwarzen jedesmal geschickt aus und schleudert ihn mehrmals auf den Boden. Am Schluss rammt er dem Schwarzen seine Finger in den Bauch und wie dieser KO am Boden liegt, reißt er ihm das Medaillon vom Hals und wirft es achtlos weg. Dann sagt er zu dem Toten: Um dich zu messen kamst du hierher und durch deine Niederlage errangst du den Sieg. Denn nun stehst du an der Schwelle von Wahrheit und Wissen, das Geschenk, das du wirklich von mir haben wolltest.“ (Er will ihm damit sagen, dass ihm das Beschreiten des mystischen Pfades wichtiger war, als sein physisches Leben, das sowieso irgendwann geendet hätte und er damit eine wichtige Prüfung bestanden hat.)

Schangsha löscht nun verächtlich die rote Kerze des Schwarzen mit dem Luftdruck der gegen die Kerze gestoßenen offenen Hand und lässt sich seinen Umhang geben. (Mit dem Wegwerfen des Medaillons und dem Löschen der Kerze will er andeuten, dass irdische Errungenschaften und Rituale auf dem spirituellen Weg keine Bedeutung haben)

Nun geht Cord auf Schangsha zu und fragt ihn: „Wann kämpfen wir?“ Dieser antwortet lächelnd: „Nachdem wir geschlafen haben, mein Junge, ha,ha,ha.“ Und geht weg. (Damit möchte er Cord die Möglichkeit geben, über die Bedeutung und den Sinn dieses Kampfes nachzudenken und zuerst die anstehenden letzten Prüfungen abzulegen, denn der Ausgang dieser Prüfungen bestimmt den Ausgang des Kampfes mit Schangsha am nächsten Tag.)

Es ist Nacht und Cord sitzt in seinem Zelt auf einem Bett, als Tara zu ihm kommt und eine rote Rose mitbringt. Cord nimmt die Rose an sich und Tara nimmt ihren Gesichtsschleier ab. Cord: „Wo ist dein …?“ Tara: „Dir wird nichts passieren, mein Ehemann schickte mich zu dir.“ Cord fragt sie: „Ist er ZETAN?“ Sie: „Er ist Schangsha.“ Cord: „Ist er nicht der Hüter des Buches?“ Tara: „Welches Buch?“ Cord: „Wieso schickt er dich?“ Tara: „Dein Gelübde wird dadurch nicht gebrochen. Die ‚wilde Frucht’ wird genossen, ohne verbraucht zu werden.“ Sie streichelt Cord’s Wange. Cord: „Ich bin schon lange unterwegs, Tara.“ (Damit will er sagen, dass er müde ist und verhindern, dass sie ihn verführt) Tara: „Ruh dich aus.“ Cord: „Ich habe eine Reise gemacht, die in der Innenfläche meiner Hand stand.“ Tara nimmt seine Hand und küsst sie. Cord hebt ihr Kinn hoch, schaut ihr in die Augen und sagt: „Du bist meine Prüfung!“ Sie: „Lass mich der Linie deiner Hand folgen, nur einen Moment.“ Er: „Nein!“, dann küsst er ihren Hals. Tara sagt: „Ich will mich dir zeigen.“ und zieht sich aus und danach auch ihn und führt ihn in das nebenan liegende Bad. Danach lieben sie sich. (52.00 min)

Cord sagt ihr: „Du wolltest den Linien meiner Hand folgen.“ Tara: „Du hattest mich zurückgewiesen, nimmst du mich jetzt an?“ Cord: „Komm mit mir, aber nicht nur für einen Moment, sondern für immer.“ Tara: „Cord, ich komm mit dir. Aber erst müssen wir schlafen. Was dann kommt, wird bestimmt nicht leicht sein!“ Cord legt sich zur Seite und schläft ein.

Als er am nächsten Morgen aufwacht, findet er sich alleine in der Wüste im Sand liegend wieder und ruft nach Tara. Weit und breit sieht er aber nichts als Sandwüste und eine kleine Palmengruppe; die Nomaden mit ihren Zelten sind verschwunden. Er sucht rufend nach Tara. Hinter einer Düne findet er sie tot an ein Kreuz gebunden. Vor ihr liegt die verwelkte rote Rose im Sand, er hebt sie auf und ruft verzweifelt „Schangshaaaa!“ Weiter „Schangshaaaa!“ rufend rennt er weiter durch die Wüste.

Er übernachtet in einer Ruine und hört zuerst einen Schuss und dann kurz eine Stimme. An einer Wasserstelle, die sich direkt neben seinem Lagerfeuer befindet, fängt er hinter einem Stein einen quakenden Frosch, bindet eine Schnur an einen seiner Füße und setzt ihn oben auf den Stein. Dann legt er sich daneben zum Schlafen auf den Boden, in einer Hand das andere Ende der Schnur haltend. Bald danach wacht er auf und hört seltsame Geräusche. Er steht auf und ruft „ZETAN!“ Mit einem Stock in der Hand geht er nun durch die stockdunkle Ruine und hört eine Stimme: „Ich bin hier!“. Da sieht er ein großes affenartiges Wesen und ruft ihm entgegen: „Tod, ich kenne dich! Warum bist du so hässlich? Oder hast du für jeden Menschen ein anderes Gesicht?“ Nun springt das Wesen vor ihn hin und faucht ihn an. Cord wirft ihm seinen Stock hin und fragt: „Soll ich vor dir auf die Knie fallen? – Soll mein Herz aus Furcht erfrieren, bevor du es mir aus dem Leib schneidest?“ Daraufhin entfernt sich das Wesen rückwärtsgehend. Cord sagt noch: „Komm jeder Zeit, willkommener Gast“ und kehrt an seinen Schlafplatz zurück. (Diese Prüfung betraf die Angstfreiheit vor dem Tod – nicht die Überwindung der Angst, denn man kann nur das überwinden, was im Bewusstsein vorhanden ist.)

Einige Zeit danach wird er wieder geweckt, diesmal durch ein jammerndes Geräusch. Er steht auf, nimmt einen Stock und geht in der Dunkelheit dem Geräusch entgegen, findet aber nichts.

Am nächsten Morgen wandert er weiter und kommt am Fuße einer Felswand an einen Wasserfall. Dort nimmt er eine Dusche. Als er durch das Wasser wieder ans Ufer watet und dabei mit den Füßen einen Fisch zertreten will, ruft eine Stimme: „So geht das nicht!“ Cord schaut auf, sieht aber niemanden. Als er erneut auf einen Fisch treten will,  ruft die Stimme wieder: „Das kannst du nicht machen!“ Cord ruft zurück: „Ich kann was nicht?“ Die Stimme: „Du kannst nicht zweimal auf dasselbe Stück Wasser treten.“ Da erkennt er den blinden Flötenspieler, der ihm entgegenkommt und freut sich, ihm wieder zu begegnen. Dieser geht aber an ihm vorbei ins Wasser und fängt sofort mit der Hand einen Fisch. Danach setzt er sich neben Cord auf einen Stein und sagt zu ihm: „Ein Fisch hat mir einst das Leben gerettet.“ Cord fragt: „Wie?“ Der Blinde: „Ich hab ihn gegessen!“

Dann bricht er den Fisch in der Mitte auseinander und gibt die Hälfte Cord.

Sie wandern gemeinsam auf einem Weg unterhalb einer Felswand weiter und Cord fragt ihn: „Wie lange bist du schon blind?“ Dieser fragt zurück: „Wie lange bist du schon blind?“ Cord: „Ich bin nicht blind! Der Blinde: „Ich etwa?“ Cord: „Antwortest du auf jede Frage mit einer Frage?“ Der Blinde: „Stellst du jede Antwort infrage?“ Cord: „Mit dir reden ist wie mit einer Mauer reden.“ Der Blinde:  „Buddha saß einst vor einer Mauer, und als er sich erhob, war er erleuchtet.“ (Denn er hatte es aufgegeben, im Außen auf Antworten auf seine Fragen zu warten) Cord: „Vergleichst du dich mit Budda?“ Der Blinde: „Nein, nur mit der Mauer!“

Oben auf einem Hügel kommen sie an eine Stele, in die mystische Zeichen eingraviert sind. Der Blinde klopft mit seinem Stock zweimal dagegen, dann setzen sich beide neben den Stein. (1:00:51)

Der Blinde: „Du hast mir von deiner zweiten Prüfung noch nichts erzählt.“

Cord: „Es war keine Prüfung, es war eine Lektion.“

Der Blinde: „Lehre sie mich!“

Cord: „Du kennst sie schon, du scheinst alles ja zu wissen.“

Der Blinde: „Jeden Morgen, wenn ich aufwache, gleiche ich einem Schüler vor seiner ersten Stunde. Ein weißes Blatt ist mein Geist, auf den der Tag etwas schreibt.“

Cord: „Ich legte ein Keuschheitsgelöbnis ab, letztes Jahr. Gestern brach ich es. Und gern, weil ich erkannte, wir werden geboren, um zu lieben. Aber dann tat ich schlimmeres, als ein dummes Gelübde zu brechen. (Wir sollten niemals ein Gelübde ablegen, denn was der Verstand heute für angebracht hält, kann sich schon am nächsten Tage als größte Dummheit erweisen.) Ich wollte besitzen, was ich liebte. Ich wusste nicht, dass die Umarmung der Liebe, wenn sie zu fest ist, den, den man liebt, zerstören kann.“ (Weil sie den anderen einengt, da er sich verpflichtet fühlt, die erhaltene Liebe mit irgendwelchen Gegenleistungen ausgleichen zu müssen.)

Der Blinde: „Cord, Jeder Moment, der vergeht, verändert sich. Du besitzt nichts und du kannst nichts besitzen, nicht einmal dich selbst. Sinnlos zu hoffen, einen Menschen zu besitzen oder irgend eine Sache.“

Die Sonne geht am Horizont über dem Meer unter. Es kommt ein frischer Wind auf und die beiden ziehen sich etwas über. (1:02:46)

Auf dem Weiterweg am nächsten Tag sagt Cord zum Blinden: „Ich bemerke, dass du mein wahrer Lehrer bist. Und wenn ich die nächste Prüfung überleben will, muss ich dir folgen dürfen, um zu lernen.“

Der Blinde: „Das wirst du nicht durchstehn!“

Cord: „Das werde ich!“

Der Blinde: „Werde ich es?“

Cord: „Ha,ha,ha, sag mir, warum ich es nicht durchstehen sollte.“

Der Blinde: „Weil dir die Geduld fehlt. Du siehst Dinge und beurteilst sie, bevor du ihre Bedeutung kennst.“

Cord: „Welche Dinge?“

Der Blinde: „Siehst du, du fragst ‚welche Dinge’, bevor auch nur irgendetwas passiert ist. Deine Ungeduld geht über meinen Horizont.“ (Die Antwort auf unsere Fragen kann nur von innen kommen, dem Wahren Selbst, der Reinen Seele)

Cord: „Aber ich werde geduldig, ich werde wie ein leerer Krug sein.“

Der Blinde: „Eine Bedingung nur!“

Cord: „Jede!“

Der Blinde: „Frage nicht, egal was auch passiert, solange bis ich dir von mir aus eine Antwort gebe.“

Cord: „Einverstanden!“

Die beiden kommen an einen Fluss, wo eine Hütte steht und daneben ein altes Ehepaar, das sich an einem Boot zu schaffen macht und deren Sohn, der am Angeln ist. Der Blinde spricht sie an: „Wir möchten den Fluss überqueren, wie viel müssen wir bezahlen für uns beide?“

Der Mann: „Ihr seht nicht so aus, als würdet ihr Geld besitzen.“

Der Blinde holt aus seiner Gürteltasche eine kleine bronzene Löwen-Statue und fragt: Wird das hier ausreichen?“ Der Mann begutachtet sie und sagt, „ahhh, ja das ist genug. In dem Moment kommt seine Frau angerannt und sagt: „Warte du dummer Narr, lass es mich ansehen! Das ist wertlos! Wenn ihr auf die andere Seite wollt, schwimmt!“

Der Mann zu seiner Frau: „Hör auf! Das ist ein ehrenhafter Mann!“

Die Frau: „Wohl so, wie du im Bett gut bist, du impotenter Sack! Kein Geld, keine Überfahrt!“

Der Mann: „Es ist mein Boot! Ich werde das entscheiden!“

Die Frau: „Dein Boot? Deinem armen Sohn und mir gehört das Boot!“

Der Mann: „Seit wann gehört es dir?“

Die Frau: “Seit ich dich blöden Tölpel geheiratet habe! Habe ich es nicht mit meinem Körper bezahlt und dem Segen eines wonnigen Jungen?“

Der Mann: „Das Geschenk gabst du mir früher! Vor 20 Jahren war das!“

Cord und der Sohn des Paares amüsieren sich köstlich über diesen Streit.

Die beiden überqueren im Boot den Fluss. Cord sagt vor sich hin: „Armer Mann.“

Der Blinde: „Er ist glücklich. Ist das nicht ein zufriedener Mann, der den Tod nicht fürchtet? Nicht nur dass er ihn nicht fürchtet, seine Tage sind voller Freude auf ihn zu warten.“ (1:05:00)

Am anderen Ufer angekommen, springt Cord aus dem Boot, während der Blinde es zerstört. Cord fragt ihn: „Warum tust du das? – Er wollte uns helfen! Zahlst du es ihm so heim? Du hast seinen Lebensunterhalt zerstört, jetzt wird er ihr völlig ausgeliefert sein!“

Der Blinde geht nun eiligen Schrittes voran in den Wald und sagt dabei: „Ich habe dir gesagt, du ziehst zu voreilig Schlussfolgerungen.“ Dann versteckt er sich schnell hinter einem Gebüsch. Cord weiß nicht warum und sagt zu ihm: „Kein Grund sich zu verstecken.“

Der Blinde: „Noch nicht!“ In dem Moment kommt eine Horde bewaffneter Reiter laut schreiend daher geritten.

Der Blinde: „Ah, sie haben dich entdeckt!“ Und schon landet der erste Pfeil direkt neben Cords Kopf in einem Baum. Der Blinde flüchtet und ruft Cord zu: „Wie wär’s wenn du weglaufen würdest. Es ist schwer, ein Pferd mit einer Flöte zu töten.“ In einer kurzen Verschnaufpause gibt der Blinde Cord ein paar Hinweise, wie sie diese Soldaten  überlisten können. So laufen sie in verschiedene Richtungen und immer im Zickzack zwischen den Bäumen hindurch, so dass sie die Reiter einzeln erledigen können. (1:07:50)

Gleichzeitig erreicht ein anderer Teil der Reiterhorde ein Dorf, dessen Bewohner sich schnell in ihre Hütten retten. Als einer der Reiter über eine Trockensteinmauer springt, stürzt diese z.T. ein und ein darin versteckter Münzbeutel wird freigelegt.

Der Blinde und Cord werden im Wald weiterhin von den Reitern verfolgt, wobei sie ebenfalls in das Dorf gelangen. Als der Blinde an die zerstörte Steinmauer kommt, deckt er den Münzbeutel schnell mit ein paar Steinen zu. Cord fragt den Blinden, „warum kreierst du eine gute Tat? Du fühlst dich schuldig wegen der Sache mit dem Fährmann, darum begehst du jetzt Selbstmord?“

Der Blinde: „Du bist nicht nur ein Narr, du hältst auch dein Versprechen nicht. Du sagtest, du würdest dir eher die Zunge ausreißen…“ Und schon wieder werden sie von Reitern attackiert. Als sich diese zurückziehen, kehrt der Blinde sofort wieder an die zerstörte Mauer zurück und schichtet weitere Steine auf den Münzbeutel und Cord hilft ihm dabei. Da Cord aber den Sinn dieser Aktion nicht versteht, sagt er zu ihm: „Der Kamin zieht nicht, reparieren wir ihn doch. Und das Dach müssen wir noch neu decken.“ Und schon beginnt die nächste Attacke der Reiter. Die beiden flüchten einen Hang hinunter und verstecken sich hinter einer Gewölbe-Mauer. Da die Reiter sie nicht mehr sehen können und sie eh nur für ein paar Bettler halten, ziehen sie ab. Unterdessen sah der Blinde in einem kurzen Tagtraum eine Szene aus einem nahegelegenen Fischerdorf.

Als die beiden sich vom Boden erhoben haben und der Blinde sich zum Weitermarsch bereit macht, sagt Cord zu ihm: „Ich sag wohl besser auf Wiedersehen.

Darauf der Blinde gleichgültig: „Auf wiedersehen!“ Er verlässt das Gewölbe und Cord folgt ihm.

Cord: „Ich war verrückt zu glauben, du seist mein Lehrer.“

Der Blinde: „Lerne das zu hören, was nicht ausgesprochen wurde.“

Cord: „Ich hab deine Rätsel satt! Es macht keinen Sinn, was da eben passiert ist. Ich sah nur einen Narren, der seine Häscher einlud, ihn umzubringen!“

Der Blinde: „Der Narr ist der Zwillingsbruder des Weisen!“ (denn er handelt nicht nach seinen falschen intellektuellen Schlüssen, sondern intuitiv.)

Cord: „’Man kann nicht auf dasselbe Stück Wasser zweimal treten’ und ‚zwei Vögel die zusammengebunden sind, haben vier Flügel, können aber nicht fliegen’ und ‚Ein gespannter Bogen verliert seine Stärke’ und ‚Ein Schwert kann sich selbst nicht schneiden’“

Der Blinde: „Der Pfad und der Weg verlieren ihren Zweck oder ihre Bedeutung, wenn das Ziel in Sicht ist.“

Cord: „’Ein Pferd hat kein Euter’ und ‚eine Kuh kann nicht wiehern’ und ‚oben ist unten’ und ‚seitwärts ist geradeaus’“ (1:11:48)

Die beiden kommen nun in das Fischerdorf, das der Blinde zuvor gesehen hat. Dort beobachtet der Blinde, wie ein Bub sich seinen Eltern gegenüber ungebührlich verhält indem er eine Münze, die er von ihnen geschenkt bekommt, wütend auf den Boden wirft. Dann sieht der Bub den Blinden, geht zu ihm hin und schnippt vor dessen Gesicht mit seinen Fingern. Daraufhin schlägt ihm der Blinde ins Gesicht und bricht ihm dabei das Nasenbein. Blutend und weinend geht er zu seinen Eltern zurück, die ihn trösten. Der Blinde verlässt den Ort, wobei ihm die Mutter des Jungen einen Blick zuwirft als wollte sie sagen: „Danke, du hast das getan, was wir schon längst hätten tun sollen.“ Cord gefolgt ihm und fragt ihn aufgebracht: „Wozu? Diesmal werde ich dich verlassen!“ Der Blinde: „ Du musst aufhören, Versprechungen zu machen.“

Cord: „Es ist mehr als ein Versprechen. – Jetzt, wo ich frei bin, habe ich auch das Recht, Fragen zu stellen. Du musst mir einiges erklären: Warum hast du das Boot des Fährmanns zerstört?“

Der Blinde: „Von uns beiden bist du es, der blind ist, verblendet von dem was du siehst.

Cord: „Ich will eine Erklärung und keine ganze Philosophie!“

Der Blinde: „Ich habe das Boot zerstört, weil, hätte ich es nicht getan, die Soldaten den Fluss darin überquert hätten und der Mann und die ganze Familie wären jetzt tot. Allerdings hätte das vielleicht sein Glück bedeutet.“

Cord: „Woher wusstest du, dass die Soldaten kommen würden? Hast du sie etwa gehört?“

Der Blinde: „Nein.“

Cord: „Diese Steinmauer, wieso hast du sie wieder aufgebaut?“

Der Blinde: „Da waren Münzen in einer Tasche, die sichtbar zwischen den Steinen lag. Ich wollte verhindern, dass die Soldaten sie finden und stehlen und die Witwe mit ihren Kindern mittellos zurücklassen würden.“

Cord: „Du konntest die Tasche nicht sehen, hast du sie vielleicht gerochen?“

Der Blinde: „Nein.“

Cord: „Und was war mit dem Jungen? Du hast ihn verstümmelt, dem schönen Knaben die Nase gebrochen!“

Der Blinde: „Er war zu schön, er war ein Tyrann und er wäre noch schlimmer geworden. Seinen Eltern habe ich aus der Gefangenschaft seiner Schönheit befreit.“

Cord: „Ach, du konntest sein Gesicht doch gar nicht sehen! Hast du gespürt, wie der Junge aussieht?“

Der Blinde: „Nein, aber seine Eltern sind befreit und ebenso der Junge und jetzt werde ich dich befreien – von mir.“

Cord: „Aber ich bin noch nicht fertig! Du hast die Soldaten nicht gehört und die Tasche mit den Münzen nicht gerochen, konntest den Knaben nicht sehen, dann möchte ich eine Erklärung!“

Der Blinde: „Ich wusste es!“

Cord: „Woher? – Du warst früher schon mal hier?“

Der Blinde: „Wie viele Male?“ dabei gibt er Cord eine Watsche und verschwindet. (1:15:30)

Cord zieht alleine weiter und stößt an einem Meeresstrand wieder auf ein Nomaden-zeltlager. Dort trifft er erneut auf Schangsha, der neben einem Stier steht. Dieser begrüßt ihn mit: „Was ist denn das? Cooord? Hahaha, ja Cord. Der Mann, den ich unterhalten habe. Genau dieser Cord, ja. – nein, nicht derselbe.“

Cord: „Nicht mehr ganz.“

Schangsha: „Aber du suchst immer noch nach diesem ZETAN? Ja, ZETAN“. Dann bricht er mit einem Faustschlag dem Stier das Genick, so dass dieser tot zusammenbricht. (Diese Aktion soll Cord zeigen, dass er sich absolut sicher sein muss, mit was er gegen in kämpfen will) „Du bist sehr nah dran, du bist ihm wirklich sehr nah. Jetzt musst du nur noch mich überwinden.“

Cord: „Ich hab keinen Grund mit dir zu streiten.“

Schangsha: „Keinen Grund??? Hahaha, was ist mit deiner Geliebten? Tara. Ist sie nicht gekreuzigt, deine Tara?“

Cord: „Nein.“

Schangsha: „Aber ich hab’s getan, mit diesen beiden Händen.“

Cord: „Nein. Ich war es, mit diesen beiden Händen.“

Schangsha: „Das ist nicht derselbe Cord. Also, du hegst mir gegenüber keinen Hass?

Cord: „Nein.“ (Weil er erkannt hat, dass er selbst der Auslöser der ihn betreffenden Ereignisse der vergangenen Nacht ist)

Schangsha klopft Cord auf die Schulter und fragt: „Was steht dann überhaupt zwischen uns? (In dem Moment, wo wir bereit sind, Eigenverantwortung zu übernehmen für alles, was uns in irgend einer Weise betroffen macht, entstehen keine Differenzen mehr. Dort, wo weder gegenseitige Anhaftung noch Abscheu ist, gibt es nichts zu regeln.) Schließ dich mir an. Nimm meine Hand. Ich kann dir eine Welt zeigen, da findest du keinen Tag und keine Nacht. Die Sonne geht niemals auf und niemals unter.“ (Das Bewusstsein des Erleuchteten kennt kein Unbehagen, es befindet sich immer im Licht und in der Liebe.)

Cord: „Mein Ziel ist ZETAN“ (Cord kann dieses Angebot nicht annehmen, dann ihm fehlt noch eine Erkenntnis dazu.)

Schangsha nachdenklich lächelnd: „Ahja. Also morgen dann. Am Strand.“

Cord: „Nein, jetzt!“

Schangsha verneigt sich vor Cord und dieser auch etwas vor Schangsha. Dann bereiten sich beide auf den Kampf vor und treffen sich anschlieeßend auf dem Kampfplatz, Schangsha mit offenem Haar, als ginge er zu einer lockeren Veranstaltung. Um den Kampfplatz herum sind alle Menschen des Lagers versammelt. Die beiden kämpfen theatralisch, ohne sich gegenseitig weh zu tun. Es ist wohl nur ein Scheinkampf. Plötzlich sieht Cord anstelle von Schangsha den „Maskierten“ aus der Affenhöhle als Gegner, was ihn sehr verwirrt. Dann taucht auch noch ein Affe als zusätzlicher Gegner auf, sowie ein Afrikaner und dazwischen auch immer wieder Schangsha, mit dem er schließlich, nun ernster und heftiger, alleine weiterkämpft. (In allen äußeren Umständen, denen wir im Leben begegnen, begegnen wir immer nur uns selbst) Im weiteren Kampf legt Schangsha immer wieder eine „Turnübung“ ein und scheint nur so stark zuzuschlagen, wie Cord es verkraften kann. Plötzlich bricht Schangsha den Kampf ab, schaut Cord zuerst ernst und dann freundlich an, geht zu ihm hin, legt seinen Arm um seine Schulter und sagt: „Nicht derselbe Cord.“ (Cord hat erkannt, dass er immer nur gegen sich selbst gekämpft hat, womit dieser Kampf gegen Schangsha keinen Sinn mehr macht) (1:22:06)

Sie gehen nun gemeinsam zum Strand, wo gerade ein kleines Boot anlandet in Form eines Pfau. Schangsha streckt seine Hand aus und sagt zu Cord: „Dein Weg führt über’s Wasser. Du bist der Erwählte.“ Auf dem Boot befinden sich vier Männer mit weißen Kapuzenmänteln. Sie bringen ihn zu einer Felseninsel. Auf der Insel wird Cord in einen weiß-blauen Kapuzenmantel gekleidet. Die anderen „Brüder“ tragen entweder weiße, blaue oder grüne Kapuzenmäntel. Nun tritt einer dieser Brüder vor ihn hin und fragt: „Du suchst ZETAN? – ZETAN ist hier.“ Er führt Cord vor einen weiteren jungen Bruder, der, als Cord vor ihm steht, schnell beiseite tritt und dahinter kommt ein älterer Bruder zum Vorschein, der dasselbe Gewand trägt, wie er, nur in den Farben Violett und blau, es ist der Meister seiner Kampfschule, der ihm den Sieg aberkannt und aus der Schule geworfen hatte. Er sagt zu Cord: “Mein geschätzter Cord, ich freue mich, dich zu sehen“, dabei streckt er Cord seine Hände hin, dieser traut ihm aber nicht und geht sofort in Kampfstellung. Er gibt diese Stellung erst auf, als ZETAN sich abwendet, eine Rose nimmt, an dieser riecht und sagt: „Mm, erstaunlich der Duft, den unsere Rosen hier entwickeln.“ Er will sie Cord überreichen, der sie aber nicht annimmt und immer noch eine abweisende und kämpferische Mine zeigt. ZETAN führt Cord nun in den Rosen-Garten, wo viele Kapuzenmänner auf Bänken sitzen oder herumgehen. Cord fragt: „Wer sind die?“ ZETAN antwortet: „Diese sind am weitesten gekommen, sie studieren die Perfektionierung der Perfektion.“ ZETANs Stimme ist ganz sanft und leise und nicht mehr so wie in der Kampfschule.

Cord: „Bist du ihr Lehrer?“

ZETAN: „Nein, nicht direkt. Wir haben herausgefunden, dass es für die zukünftigen Lehrer und die Schüler am besten ist, gemeinsam zu lernen. Wie denkst du darüber?“

Kord: „Ja, das klingt vernünftig.“

Sie setzen sich nun auf Kissen an einen Tisch und bekommen etwas zum Trinken  serviert. ZETAN fragt Cord: „Sag, stört dich etwas, Cord?“ Dieser muss an den toten Morton denken und dass er von diesem das Medaillon erhalten hat, antwortet aber mit „nein“.

ZETAN: „Du wirkst aber so irritiert.“

Cord: „ Ich möchte wissen, wann wir kämpfen.“ ZETAN schaut ihn mit besorgter Mine  an und fragt: „Wer?“ Cord erinnert sich an den Kampf mit Schangsha und sagt: „Du und ich.“ ZETAN fragt: „Weswegen?“

Cord: „Das Buch!“

ZETAN: „Das ewig geltende Buch. Gut, gehen wir auf die Terrasse und weihen dich in die Zeremonie ein.“ …

Auf der Terrasse angekommen, schaut Cord wehmütig auf’s Meer hinaus, dabei erinnert er sich an das Gesicht von Tara.

ZETAN zeigt auf einen braunen runden Hocker mit fünf geschwungenen Füßen, der auf einem ebenfalls braunen, fünfeckigen Sockel in der Mitte der fünfeckigen Terrasse steht und sagt: „Das ist der Sitz der Harmonie, Cord.“ (Das Pentagon stellt den Mikrokosmos, den Menschen dar und sein wahres göttliches Selbst. Es ist das Symbol der Selbstbefreiung, nachdem alle Prüfungen bestanden worden sind. Der von allen irdischen Anhaftungen befreite Mensch kann nun seine Kräfte für das Wohl aller Menschen einsetzen.)

Cord: „Es gibt scheinbar nur Harmonie auf dieser Insel.“

ZETAN: „Ja, sie durchströmt alles hier. Probier ihn aus, na los versuch es!“

Cord setzt sich im Schneidersitz auf den Hocker.

ZETAN: „Siehst du, was vor dir liegt, Cord? Endlose Tage voller Frieden. …“

Cord’s Gesicht verfinstert sich und er verlangt: „das Buch, bitte!“

ZETAN lässt das Buch bringen und sagt zu Cord: „Du hast mehrere Prüfungen überlebt und ich bin überzeugt, dass sie furchtbar waren, aber das, was du gleich sehen wirst, wird für dich noch weitaus aufrüttelnder sein. Du kannst jedoch meinen Platz einnehmen, ohne in das Buch zu schauen, wie ich es auch tat, Cord, viele Jahre zuvor.“

Cord: „ Ich muss es mir erst ansehen.“ Er streicht mit der Hand langsam über den Einband und öffnet es. Alle Seiten bestehen nur aus Spiegel. Cord lächelt und ohne alle Seiten anzuschauen, schlägt er das Buch wieder zu. (Das Geheime Buch ist das Buch der Selbsterkenntnis: 1. Das Erkennen, wer wir wirklich sind und wer nicht und 2. Das Erkennen unserer Denkfehler, der falschen Überzeugungen und Glaubenssätze.)

ZETAN: „Sie suchten und erkämpften sich den Weg hier her, Jahr für Jahr, bereit, sogar besessen, jeden Preis für einen Blick in das Buch zu zahlen, und wenn sie es aufschlagen und vor Verlangen brennen, die Antworten auf all die Fragen des Lebens darin zu entdecken, was finden sie dann?“

Cord: „Sich selbst finden sie!“

ZETAN: „Ja, sich selbst finden sie. Es gibt kein Buch Cord. Keine Erleuchtung von außen, nur die in dir selbst.“

Cord: „Es gibt nichts zurückzubringen?“

ZETAN: „Nein. Die meisten von ihnen leben hier, andere sind wieder fort, in die Welt, und in den verschiedensten Verkleidungen ließen sie sich Prüfungen ablegen, die auch du alle bestehen musstest; einige von ihnen wurden Lehrer“ –

Cord: „und einer davon spielt Flöte – und nur ich kann sie hören.“ Er lacht.

ZETAN: „Ich war so alt wie du, als man mich schickte, das Buch zu finden und ich wurde sein Hüter.“ Cord hat inzwischen den Sitz der Harmonie verlassen und während er lachend weggeht, fährt ZETAN fort: „Nun kannst du Cord, kannst du der Hüter werden. Du wirst es genießen. Endloser Frieden und Freude“. Nun, mit lauter Stimme Cord nachrufend: „Befreie mich Cord! Befreie mich!“ Aber dieser ist bereits laut lachend verschwunden. Traurig bleibt ZETAN zurück. (1:29:49)

Wieder auf dem Festland, trifft Cord auf einem Bergvorsprung wieder den Flötenspieler, der nun aber nicht mehr blind ist. Dieser fragt ihn: „Hast du das Buch gesehen, Cord? und was hast du gesehen?“ Cord antwortet: „Ich habe alles gesehen.“ (Wer sich selbst kennt, kennt Gott, also alles.) Daraufhin umarmen sich die beiden und der Flötenspieler überreicht Cord seine Flöte. Sofort spielt er darauf (denn er kennt nun das „Spiel des Lebens“) und der ehemals blinde Flötenspieler tanzt nach der Melodie der Flöte.

– – – – – oooo0O0oooo – – – – –

Opfenbach, im Januar 2013

Friedrich Baumann

Letzte Aktualisierung: 13.07.2016

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