Gut und Böse existieren nur als individueller und kollektiver Glaubenssatz aus Unkenntnis der bisher besprochenen Gesetze. Wer vom „Baum der Erkenntnis (des Glaubens) von Gut und Böse“ gegessen hat, wurde lt. Bibel aus dem Paradies vertrieben, in Wirklichkeit hat er sich selbst daraus entfernt. In dem Moment, wo wir anfangen über äußere Gegebenheiten zu urteilen und sie zu werten, sind wir nicht mehr in der Einheit, sondern im Bewusstsein getrennt von Gott, von der REINEN SEELE. Das Denken in Kategorien von Gut und Böse ist eine Verleugnung Gottes, der Seele, die nur LIEBE, HARMONIE und FRIEDEN kennt. Gedanken von Gut und Böse trennen uns also automatisch von Gott und somit auch von unseren Mitmenschen und lassen uns selbst als unvollkommen empfinden und natürlich auch nur Unvollkommenes erfahren. Dieser Irrtum unseres Verstandes lässt uns glauben, von der Quelle des Lebens und der Fülle abgeschnitten zu sein. Die Folge davon ist die Erfahrung von Leid und Mangel und die Unfähigkeit, wahrhaftig und bedingungslos zu lieben. Durch ein Denken in Kategorien von Gut und Böse werden wir Gefangene unserer eigenen illusionären Welt der Begrenzungen und Unvollkommenheiten. Wir können uns aus diesem Traum nur befreien, indem wir zurückkehren in eine Bewusstheit der Einheit, Harmonie, Vollkommenheit und Liebe. Von dieser Position aus stellt sich die Welt vollkommen anders dar, nämlich als eine Welt der Gemeinsamkeiten, der Harmonie, der Fülle und der Liebe als Spiegel dessen, was in uns ist.

 

Nur im ständigen Gottesbewusstsein stehen wir auch in der göttlichen Liebe, befinden wir uns jenseits von Gut und Böse, von Unvollkommenheit, Disharmonie und Mangel, jenseits von Sympathie und Antipathie und schaffen uns somit selbst, was als das „Paradies“ bezeichnet wird. Das Erreichen des Christus-bewusstseins sollte also unser oberstes Ziel sein.

 

Jeder Mensch tut in jedem Augenblick nur das, was er in der gegebenen Situation als das Vorteilhafteste und am meisten befriedigende empfindet. Wenn es nun jemand als vorteilhaft findet, z.B. einem anderen Menschen etwas zu schenken oder ihn zu berauben, dann steht sein äußeres Tun in diesem Moment, ebenso wie natürlich zu allen anderen Zeiten seines Lebens auch, in völliger Harmonie mit seinem Denken, d.h., er kann gar nicht anders handeln, als er denkt. Erst die Folgen seines Tuns werden ihn eventuell fragen lassen, warum er denn so und nicht anders gehandelt hat und ihn schließlich zu seinen inneren Einstellungen und Überzeugungen führen als die wirkliche Ursache seines Handelns. Nur nach einem solchen Selbsterkenntnis-prozess ist es dem Menschen möglich, seine inneren Einstellungen zu korrigieren. So gesehen hat eine begangene „Untat“ für ihn dieselbe positive Wirkung wie eine scheinbar „gute“ Tat. Eine „böse“ , bzw. „gute“ Tat ist nur für uns selbst eine solche, entspringt aber immer nur unserer Unwissenheit und spirituellen Unreife. Wir tun alles nur für uns selbst! Für andere sind wir nur „Mittel zum Zweck“ damit deren eigenes Schicksal sich erfüllen kann. Wir haben keinen Einfluss darauf, wie unsere gut oder böse gemeinte Tat beim Empfänger ankommt. Wie dieser sie empfindet und was er daraus macht, liegt alleine in seinem  Ermessen. Unsere eigenen Tat-Absichten bestimmen das Maß unserer Verantwortung, nicht aber die Folgen bei anderen, die mit unserem Bewusstsein absolut nichts zu tun haben. Unser Verhalten ist für andere immer nur ein Instrument, ein Mittel zum Zweck, damit sie sich ihrer eigenen inneren Einstellungen bewusst werden können.

 

Wie wir bereits wissen, ist unsere Welt ein Produkt unserer Gedanken. So hat jede Wohltat die wir erfahren, wie auch jeder Schmerz, zutiefst mit uns selbst zu tun und ist in bestem Maße dazu geeignet, uns unserer Gedankenmuster bewusst zu werden und sie gegebenenfalls zu verändern. Haben wir diese Selbsterkenntnis und Selbst-berichtigung vorgenommen, dann hat die diesbezügliche Erfahrung, egal wie schön oder schmerzhaft sie empfunden worden ist, ihren Sinn erfüllt. Wo ist darin etwas Gutes oder Böses zu erkennen?

Aus diesem Grunde gibt es auch nichts zu entschuldigen, im Gegenteil: Indem wir uns für eine, anderen zugefügte Verletzung entschuldigen, begeben wir uns nicht nur selbst zurück in den Glauben an Gut & Böse, sondern stärken damit auch bei den verletzten Personen diese falsche Einstellung und halten sie davon ab, sich selbst zu fragen, warum habe gerade ich diese Verletzung erlitten und was will sie mir sagen.

 

Es dürfte nun klar sein, dass das, was wir als Gut und Böse bezeichnen, nur Wertungen unserer beschränkten Verstandestätigkeit sind, basierend auf ganz bestimmten inneren Einstellungen und Glaubenssätzen, sowie der Unkenntnis dieser Gesetze des Lebens.  Nichts ist an sich gut oder böse, nur unser Denken macht es dazu!

 

Opfenbach, den 12.02.2010
Friedrich Baumann
Letzte Aktualisierung: 18.08.2014

 

Diese Seite merken/teilen:

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • del.icio.us
  • MisterWong
  • Facebook
  • TwitThis
  • email

Kommentar hinterlassen





SEO Powered by Platinum SEO from Techblissonline